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Alle Arbeitnehmer haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen jährlichen Mindesturlaub. Dieser Mindesturlaub ist im Bundesurlaubsgesetz (kurz BUrlG) geregelt. Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt gemäß § 3 Absatz 1 BUrlG 24 Werktage pro Jahr. Werktage sind die Tage von Montag bis Samstag. Der Gesetzgeber geht also von einer 6-Tage-Woche aus. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer einen gesetzlichen Mindesturlaub von 4 Wochen pro Jahr haben.

Der Urlaubsanspruch kann aber auch im Arbeitsvertrag zugunsten des Arbeitnehmers individuell festgelegt sein oder sich aus einem Tarifvertrag ergeben. Der Mindesturlaub darf aber nicht unterschritten werden.

Für die Zeit des Urlaubs haben alle Arbeitnehmer einen Anspruch auf Zahlung von Urlaubsentgelt.

Der Urlaub muss grundsätzlich im laufenden Jahr vom Arbeitnehmer durch Beantragung geltend gemacht und vom Arbeitgeber gewährt werden. Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Jahr ist gemäß § 7 Absatz 3 BUrlG nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Liegen diese Gründe nicht vor, verfällt der Urlaubsanspruch mit dem 31. Dezember des Urlaubsjahres. Durch diese Regelung  soll verhindert werden, dass Arbeitnehmer Urlaub aufsparen. Im Falle der Übertragung muss der Urlaub bis zum 31. März des folgenden Jahres gewährt und genommen werden (§ 7 Absatz 3 BurlG).
Besonderheiten ergeben sich, w
enn ein Arbeitnehmer während des gesamten oder eines Teils des Urlaubsjahres arbeitsunfähig erkrankt war und deshalb der Urlaubsanspruch  nicht erfüllt werden konnte. Hierzu hat der Europäische Gerichtshof bereits im Jahr 2009 zunächst festgestellt, dass der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub bei Ablauf des Urlaubsjahres bzw. des Übertragungszeitraumes nicht erlöschen darf, wenn der Arbeitnehmer während des gesamten oder eines Teils des Urlaubsjahres arbeitsunfähig geschrieben war und deshalb den Urlaub nicht nehmen konnte (EuGH, Urteil vom 20.01.2009, Aktenzeichen C-350, 520/06). Dieser Auffassung folgend ist nach dem Bundesarbeitsgericht § 7 Absatz 3 Satz 3 BUrlG unionsrechtskonform dahingehend auszulegen, dass der Urlaubsanspruch bei Arbeitsunfähigkeit erst 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres verfällt (vgl. Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 07. August 2012, Aktenzeichen 9 AZR 353/10).

Der Arbeitgeber erfüllt den Anspruch des Arbeitnehmers auf Urlaub, indem den Arbeitnehmer zur Urlaubsgewährung von seiner sonst bestehenden Arbeitspflicht freistellt. UrlaubsantragBei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs hat der Arbeitgeber die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Arbeitnehmer haben kein Recht zur Selbstbeurlaubung. Die Selbstbeurlaubung eines Arbeitnehmers kann eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Gewährt der Arbeitgeber keinen Urlaub, muss der Urlaubsanspruch gegebenenfalls gerichtlich geltend gemacht werden. Dies kann auch mittels einer einstweiligen Verfügung geschehen.

Kann der Urlaubsanspruch wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr erfüllt werden, so ist er in Geld abzugelten.


Urlaub fällt in das
Rechtsgebiet Arbeitsrecht.
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Stand Januar 2016

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